29.6.2013 Kjerag ( 947 km m.d.M. )

Ich bin bereits um 5:00 Uhr wach. Der Regen tobt draußen, eine Sinnflut bricht über unsere Zelte herein. Kurz den Kopf rausgestreckt, dann schnell wieder ins Zelt. Die Wanderung wird wohl gechancelt bei diesem Wetter.

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Ein Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde.

Drei Stunden später sitzen wir mit Kaffee unter trockenem Himmel. Es sieht zwar nicht gut aus, doch wir wollen den Felsen unbedingt sehen. Also geht’s ohne Koffer ein paar hundert Meter hinauf zum Startpunkt. Von Beginn an wird es anstrengend. Bei heftigem Wind klettern wir die steilen Felswände hinauf. Tatsächlich muss geklettert werden, wobei uns Stahlseile, ähnlich einem Klettersteig, unterstützen. Die ersten 30 Minuten zehren an den Kräften. Basti stürzt sogar einmal – bis auf das Knie bleibt aber alles heil. Es kann weitergehen. Hinter der ersten Bergspitze lässt sich die Sonne wieder kurz blicken. Weiter und weiter. Wir treffen unterwegs immer wieder eine Wandergruppe aus Deutschland, die aber inzwischen in Norwegen wohnt, machen kleine Späßchen um uns von den Anstrengungen abzulenken.

Im Wechsel geht es nun voran. Immer wieder steil bergauf, teilweise anspruchsvolle Passagen, teilweise über grobes Gestein. Ein paar Mal muss ich Basti pushen, aber er hält wacker durch. Nach drei Stunden, die uns fast zur Aufgabe zwingen, haben wir es geschafft. Pünktlich mit der Sonne erreichen wir den Kjerag. Highlight dieses Ortes ist ein in über 1000 Meter eingeklemmter Fels in einer Felsspalte. Sehr Mutige trauen sich, auf den Fels zu klettern. Ich natürlich auch – wobei ich es im Nachhinein nicht mehr gemacht hätte. Es ist atemberaubend schön und beängstigend zugleich. Ich habe zittrige Knie auf dem Felsen und kurz sogar Angst, dass mein Kreislauf schlapp macht. Auf dem Felsen machen wir natürlich Fotos. Ich bin wie benommen, als ich wieder sicheren Boden unter den Füßen habe.

Der Abstieg wird hart. Wir schaffen es nach insgesamt über 5 Stunden wieder zum Parkplatz und kommen später erschöpft im Camp an. Morgen geht’s weiter – immer Richtung Norden. Ziel ist Odda.

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