8.7.2013 ( Skibotn – Langfjordbotn ( 3644 km m.d.M. )

...one more rainy day.

…one more rainy day.

Endlich mal wieder ausschlafen. Da wir heute weder Fähre noch Walkutter bekommen mussten, lagen wir bis 9 Uhr in der Koje. Eigentlich wollten wir nun in Ruhe einpacken, frühstücken und dann ab auf die Bikes. Die Tour wollte uns heute aber anscheinend noch einmal so richtig auf die Probe stellen. Es hörte zunächst nicht auf zu regnen. Zum Glück waren wir heute auf einem Campingplatz. Wir saßen also fast zwei Stunden in einer überdachten Küche und schauten aus dem Fenster, während der Kaffee kochte. Irgendwann wurde es dann Zeit und wir mussten unser Equipment im Nieselregen schnell in den Koffern und Packrollen verstauen. Das Nass von oben verteilte sich schnell auf allen Gegenständen, aber da es am Horizont weiter hinten relativ hell wurde, waren wir guter Dinge. Überhaupt hat uns dieses ausgedehnte „Frühstück“ beiden sehr gut getan. Die Stimmung hat ihren Tiefpunkt wieder verlassen und eine neue Euphorie macht sich breit. Der Tour gefiel das anscheinend überhaupt nicht, denn was daraufhin folgte, kann man getrost als schwarzen Tag im Bikerdasein beschreiben.

Wer ist eigentlich Regen?

Wer ist eigentlich Regen?

14:15 Uhr: Es regnet seit über 100 Kilometern. Immer wieder denke ich, das Gröbste haben wir hinter uns, da zieht der Regen noch einmal an. Der Wind ist teilweise so stark, dass das Motorrad fast schräg steht. Kalte Gischt peitscht mir von den entgegenkommenden LKWs an den Anzug. Wir halten an und ziehen die Stormchaser über. Voll in Plastik eingewickelt, setzen wir die Fahrt fort. Wir fahren die E6 entlang, passieren Fjorde und Tunnel. Unser Tagesziel ist Alta. Die Landschaft hat sich wieder enorm verändert. Immer mehr Birkenbäume tauchen am Straßenrand und auf den weiten Wiesen auf, oftmals bereits abgeknickt. Es wird karger, die Tour fiebert ihrem Höhepunkt entgegen.

Weitere zwei Stunden später sind die Schuhe durchgeweicht, trotz Goretex und allem. Das Wasser kriecht in alle Ritzen, das Visier beginnt immer wieder zu beschlagen. Ich muss zugeben, dass ich mir von Basti manchmal etwas mehr Abenteuerlust wünsche, doch vielleicht macht gerade dieser ewige Diskussionspunkt zwischen uns die Gemeinschaft aus. Immerhin sind wir nun seit 13 Tagen ununterbrochen zusammen. Nach über 200 Km vollster Dröhnung aus den Wolken fährt er rechts an und bestimmt, dass wir uns eine Hütte suchen. Ich hätte wahrscheinlich zum Zelten tendiert, was retrospektiv eine dumme Idee gewesen wäre. Wir sind nass bis auf die Haut – vor allem die Füße schwimmen in den Stiefeln. Kurzer Hand werden ein Grill gekauft, Fleisch geordert und ein paar Bier an den Start geholt.

Post ist da!!

Post ist da!!

Wir steuern die nächste Hütte an. An der Rezeption klebt ein Zettel, wir sollen eine Nummer anrufen. Wenig später stellt sich heraus, dass die Vacation unser Budget maßlos sprengt. Wir sind ja gewohnt, dass alles hier (sau-)teuer ist, aber 120 Eur für eine Nacht in einer Hütte befinden wir letztlich doch als etwas exorbitant. Also weiter. In Langfjordbotn fahren wir die nächste „Hytte“ an. Ein absolut ranziger Schuppen. Im Mülleimer liegen Damenbinden, der Kühlschrank hat scheinbar mehr Gattungen aufzuweisen als der Hannover Zoo und die Bettwäsche sieht nach Obdachlosenauffangstation aus. Egal, es ist trocken. Einzig witzig finde ich, wie lieb ich auch inzwischen mein Zelt gewonnen habe. Selbst Basti würde seins der Hütte vorziehen, und das will mal was heißen!

So, ich muss weg vom Notebook. Der Grill brennt bereits, das Bier ist offen. Morgen geht’s zum Kap. Ich kann es kaum noch erwarten.

Das Kap zum Greifen nah...

Das Kap zum Greifen nah…

5 Antworten auf 8.7.2013 ( Skibotn – Langfjordbotn ( 3644 km m.d.M. )

Schreibe einen Kommentar zu Hubertus Antworten abbrechen

Current ye@r *