Zawory – Golubie – Zawory (1359 km m.d.M.)

IMG_1889

Während der gestrige Tag, und der davor, ganz im Zeichen der Entspannung stand, was auch nicht verkehrt ist, zog es uns heute wieder abseits der Straße. Auf dem Programm stand die letzte Enduro-Wanderung!

IMG_1931

ein Paradies für Stollenritter

Schnell waren Helm und Stiefel übergezogen, so dass die Reifen nach wenigen Kilometern mit Dreck in Kontakt kommen.

Auf uns warten feine Trassen durch den Wald! Einmal um das Dörfchen Zawory umzu und zurück.  Zügig geht es voran, im Gegensatz zu den vorherigen  Etappen ist das Erdreich deutlich fester und angenehmer zu fahren. Sichtlich entspannter ist auch Jannis unterwegs, der wie Malte und ich die Koffer auf dem Zeltplatz in Zawory ließ. Kontrolliertes Ausbrechen des Hecks und gekonnte Bremsmanöver hinterlassen immer wieder ein breites Grinsen in unseren Gesichtern.

Tokio Drift

Tokio Drift

Kurz vor Ende der Trasse, das Navi zeigt noch knappe 10 km Restweg an, verdunkelt sich der Himmel schlagartig. Wind zieht auf, es wird ungemütlich. Noch bevor wir das weitere Vorgehen besprechen können, werden wir vom einsetzenden Regen überrascht und können uns gerade noch so auf den Parkplatz eines Supermarktes retten. Die unfreiwillige Pause nutzen wir für ein paar Einkäufe und entscheiden uns notgedrungen abzubrechen und zum Zeltplatz zurückzukehren. Schade, die letzten Wege abseits befestigter Straßen hätten wir noch gern mitgenommen.

Typisch für diese Region: 2-sprachige Ortsschilder (polnisch + kaschubisch)

Typisch für diese Region: 2-sprachige Ortsschilder (polnisch + kaschubisch)

Weiterlesen...

Lipa – Sopot (1245 km m.d.M.)

IMG_1693

Endlich in der Kaschubei, endlich am Ziel. Seit wir gestern die vorerst letzte Offroad-Etappe absolviert haben, ging es heute quer durch die kaschubische Schweiz.

Kleine Straßen Kilometer lang

Kleine Straßen Kilometer lang

Die Bezeichnung ist durchaus berechtigt: Serpentinen an Serpentinen, vorbei an malerischen Seen, Hügeln, Wäldern und netten Ortschaften, die hier alle mit einer zweisprachigen Beschilderung die Reisenden begrüßen, ging es immer weiter Richtung Norden an die Ostseeküste. Unser heutiges Ziel heißt Sopot, ein mondäner Badekurort mit hübschen Jugenstilvillen, direkt an der Uferpromenade und einer großen Mole. Wer jetzt glaubt, wir säßen in einer dieser Spa Hotels, der liegt falsch.

kurze Pause in der Kaschubei

kurze Pause in der Kaschubei

In alter Globetrottermanier nächtigen wir selbsverständli im Zelt! Den Strand haben wir aber auch vor der Nase. Gleich wird der Grill angeschmissen – morgen geht’s zum Sightseeing nach Danzig – Ausnahmsweise mit der Bahn.

_DSC7059

Weiterlesen...

Bremen – Kwilcz (584 Km mit dem Motorrad)

Stillstand auf der Autobahn

Stillstand auf der Autobahn

endlich am Etappenziel

endlich am Etappenziel

Das Abenteuer hat uns wieder. Pünktlich um 8:30 in der Frühe sind Malte, Jannis und ich aus Bremen gestartet. Die Autobahn, zunächst leer, dann regnerisch und später sehr voll, ist immer ein notwendiges Übel, um an die ausgesuchte Destination zu gelangen.

Trotz einiger Staus ging es zum Schluss doch recht flott voran.

ein schotteriger Pfad führt zum Landgut von Sophia

ein schotteriger Pfad führt zum Landgut von Sophia

Als wir in Polen die Autobahn verlassen haben, unser heutiges Nachtlager fest im Blick, wurden wir mit schön geschwungenen Straßen verwöhnt. Mitten im Sierakowski Park gelegen sind wir unweit von Kwilcz gelandet. Der pittoreske Hof, inmitten von Natur und Seen gelegen, wird von Sophia geleitet, die uns gleich mit lokalen Spezialitäten begrüßt hat. Gurken aus eigenem Anbau und der Schnaps, als Aperitif fürs Grillen hinterher.

Das Wetter passt, die Zelte stehen. Morgen beginnt die erste Offroadetappe – wir sind gespannt!

die Zelte stehen - Zeit für ein Lagerfeuer!

die Zelte stehen – Zeit für ein Lagerfeuer!

Weiterlesen...

Am Ende der Straße…

Im Laufe der Zeit haben wir einige Reiseberichte motorradbegeisterter Globetrotter gelesen, Filme geschaut oder Blogs verfolgt. Vieles davon hat uns zugleich inspiriert und motiviert, eigene Abenteuer auf dem Motorrad zu erleben.

Auch Dylans Geschichte beginnt mit der Idee, die Welt auf dem Motorrad zu erfahren, neue Menschen kennen zu lernen und Herausforderungen in fremden Ländern zu meistern. Wer jetzt glaubt, es handle sich um eine typische Roadstory, der irrt. _DSC6953

In seinem Buch „Am Ende der Straße“ erzählt Dylan die wohl phantastischste Geschichte, die wir je von einem Motorradreisenden gehört haben. Sie beginnt damit, dass auf dem Weg von Alaska nach Argentinien, in Panama plötzlich alle Straßen enden. Kein Landweg, kein durchkommen, Dschungel überall. Mehrere Kontinente sind bereits bereist, Südamerika aber noch nicht.

Was würde man in dieser Situation tun? Nun, Dylans Reisekasse ist limitiert, ein Flug oder die Überquerung per Schiff ins benachbarte Kolumbien passen nicht ins Budget. Für viele von uns käme spätestens hier die Einsicht, dass das Ende der Reise erreicht ist. Nicht für Dylan. Aus der Not macht er eine Tugend und baut aus alten Ölfässern und Holz ein vom Motorrad angetriebenes Floß (!) und fährt damit, ohne vorher nautische Erfahrungen gesammelt zu haben, während sechs Wochen über den Pazifik an die Küste Kolumbiens.

Was bei seinem Vortrag folgt ist eine verrückte, teils gefährliche aber vor allem sehr spannende, inspirierende und lebensbejahende Reise. Sturm und Regen, Delfine und interessante Leute sind nur einige, der vielen Momente. Allen Widrigkeiten zum Trotz, treu seinem Motto „Never stop dreaming“ kommt Dylan seinem großen Traum der Weltreise näher, den er ohne die Hilfe der zahlreichen Menschen, die ihm während seiner Abenteuer immer wieder begegnet sind, wahrscheinlich nie hätte erfüllen können.IMG_6268

Dylan Samarawickrama/Martina Züricher, Am Ende der Straße: Die unglaubliche Geschichte einer Reise

http://www.ride2xplore.com

https://www.youtube.com/watch?v=_aJN3lrHjTE

 

Weiterlesen...

Beers on Tour – heute: Ožjusko Pivo, Kroatien 

Adria, Meer, Sonne und Chevapcici… Genau! Wir befinden uns thematisch in Kroatien. Das Land ist nicht nur für vollmundige Rotweine bekannt, auch in Sachen Braukunst muss es sich nicht verstecken.

 Ožjusko ist ein Lagerbier mit 5,0‰ Alkoholgehalt, dass in Zagreb gebraut wird. Das goldene Label mit dem kroatischen Schachbrettmuster ist nicht nur auf dem ganzen Balkan bekannt, sondern auch sein Geschmack. Der Antrunk gestaltet sich leicht, blumig und etwas fruchtig. Der Geschmack verflüchtigt sich allerdings rasch, ohne aber die Gesamtnote zu beeinträchtigen. Insgesamt ein angenehmes aber kein sonderlich spannendes Bier.

Weiterlesen...

Neue Rubrik! „Beers on Tour“ Heute: Birra Peja, Kosovo

Auf unseren Reisen kommen wir nicht nur in den Genuss unberührte Natur zu sehen, zahllose traumhafte Straßen zu befahren oder kulinarische Leckerbissen zu erfahren. Wir sind jedes Mal gespannt, welche lokalen Biersorten  die Tour für uns bereit hält.

Das Bier „Birra Peja“ wird in Prishtina, Kosovo seit den 1960er Jahren gebraut und reiht sich in die Tradition der Pilsener Biere. Benannt ist es nach der kosovarischen Stadt Peja. Bei einem Alkoholgehalt von 4,2 ‰ wartet es mit einer schwachen Hopfennote auf. Allerdings schmecken wir Gerste, der Antrunk ist leicht malzig. Die Farbe ist klar, goldig. Der Schaum verflüchtigt sich erst nach einiger Zeit. Alles in allem ein sehr angenehmes Bier.

 

Birra Peja – unser Willkommenstrunk im City Hostel Prizren

 

Weiterlesen...

Tag 19: Thessaloniki, GR ( 3784 km m.d.M.)

Panorama über Thessaloniki

Panorama über Thessaloniki

Thessaloniki ist fußläufig gut erreichbar. Da es sich in Flipflops und Sandalen eh besser läuft als in den schweren Motorradstiefeln lassen wir uns Zeit, Griechenlands zweitgrößte Stadt in aller Ruhe zu durchstreifen. Die bewegte Geschichte ist praktisch an jeder Ecke sichtbar.

Antike Ruinen

Antike Ruinen

Viele orthodoxe Kirchen, antike Ausgrabungsstätten, römische Hinterlassenschaften warten zwischen zahlreichen Cafes auf den Besucher. Um ein wenig mehr über die griechische Geschichte zu erfahren, beginnen wir den Tag im Museum. _DSC5884Wir sehen antike Vasen, Goldschmuck, Statuen und Gegenstände des täglichen Lebens von vor 2000 Jahren.

2000 Jahre alte Schmiedekunst

2000 Jahre alte Schmiedekunst

Ob es in der Zukunft wohl auch eine Ausstellung über Motorrad-Reisende aus dem Jahr 2015 geben wird?!

Vase mit antikem Comic

Vase mit antikem Comic

Nach einem kulturell reichhaltigen Vormittag gönnen wir uns eine Erfrischung und genießen die Sonne auf einem kleinen Ausflugsboot. Die knapp 30 minütige Fahrt führt vorbei am weißen Turm, dem Wahrzeichen der Stadt, rüber zum Hafen und zurück. Später dann laufen wir weiter und gönnen uns einen kleinen Imbiss.

Prost!

Prost!

Thessaloniki ist eine sehr interessante Stadt, leider sind die Spuren der anhaltenden Krise an vielen Ecken sichtbar: Leerstand und eine zerlebte Infrastruktur zeugen von der sog.

Leider sieht man auch viel Verfall

Leider sieht man auch viel Verfall

Griechenlandkrise. Für Land und Leute ist zu hoffen, dass dieser Zustand alsbald ein Ende findet.

Weiterlesen...

Tag 17: Peshtani, MZ – Chalkidikona, GR ( 3754 km m.d.M.)

Hellas! Das Ziel naht. Wir befinden uns in der Keimzelle der Demokratie, des Tsatziki, des Sirtaki und Ouzo. Mazedonien hat uns in fahrerischer Hinsicht einen unglaublichen Abschied bereitet.

Der Ohrid See

Der Ohrid See

Nach einem ausgiebigen Frühstück verlassen wir in aller Ruhe unsere Herberge im mazedonischen Peshtani. Ein malerischer Bergpass  führt uns vom Ohrid See durch den Nationalpark „Galicica“ auf die andere Seite des Berges zum Prespansko See. Fabelhafte Landschaften, praktisch kein Verkher. Der Pneus presst sich gen Asphalt.

DCIM100GOPRO

Bergpass im mazedonischen Gebirge

Es geht weiter nach Bitola, wir ziehen an zahlreichen Apfelplantagen vorbei, durchqueren mazedonische Dörfer und genießen den knapp 30 Grad warmen Fahrtwind.

Dann ist es soweit: Um die Mittagszeit herum erreichen wir die Grenze und damit die EU. Jetzt ist es amtlich, die Zeit im „wilden Balkan“ damit vorbei – schade! Land und Leute sind mir echt ans Herz gewachsen, der Straßenverkehr jedoch weniger…

Motorisierte bajuwarische Bergmulis im mazedonisch-griechischen Grenzgebiet

Motorisierte bajuwarische Bergmulis im mazedonisch-griechischen Grenzgebiet

Thessaloniki ist nun in Reichweite. Kaum zu glauben, dass ich mehr oder weniger zur gleichen Zeit, ein Jahr zuvor mit dem Motorrad nach Griechenland gefahren bin. Morgen beginnt unzweifelhaft und unausweichlich die letzte Etappe auf den Motorrädern. Heut genießen wir noch einmal die Vorzüge des Hotel „Kornilius“…

Weiterlesen...

Tag 15: Kukes, AL – Prizren, RKS (3197 km m.d.M.)

Wir sind im Kosovo.

Blick über Prizren - im Hintergdund der Berg, den wir mit den GS´en bezwungen haben.

Blick über Prizren – im Hintergdund der Berg, den wir mit den GS´en bezwungen haben.

Für mich war dieser Begriff immer mit den typischen Fernsehbildern verbunden, die mir aus der Zeit des Balkankonflikts noch präsent sind. Krieg, Zerstörung, Flüchtlinge. Der Stadt Prizren, wo wir heut unser Nachtlager aufschlagen, sieht man dieses Image überhaupt nicht an. Wie Phönix aus der Asche ist sie aufgestiegen, ganz zum Trotz, als wolle sie dem Besucher zeigen, dass hier wieder die Lebensfreude eingekehrt ist. _DSC5837 Rund um den historischen Altstadtkern haben Investoren aus Europa und Übersee zahlreiche Bauten rekonstruieren lassen, eine Flaniermeile entlang des Flusses angelegt, sowie Kirchen und Moscheen wiederaufgebaut.

Auf der Mauer, auf der Lauer...

Auf der Mauer, auf der Lauer…

Auch die über der Stadt thronende Festung erstrahlt dank US-Investitionen im neuen Glanz.

Der Fluss durch Prizren

Der Fluss durch Prizren

Unweit der ottomanischen Brücke genießen wir im Biergarten ein Peja, das kosovarische Pilsbier – lecker!

Prost!

Prost!

Waren wir noch vor ca. 50 km im albanischen Kukes eine interessante Erscheinung auf dem Gehsteig, nimmt man hier – wegen der vielen Touristen – keine Notiz von uns. Generell wirkt hier alles sauberer und organisierter. Wären da nicht die immer wieder patrouillierenden KFOR-Soldaten, könnte man meinen, man sei in Italien oder Slowenien.

Das City Hostel, hier werden wir heut nächtigen, ist einer der zentralen Anlaufpunkte für Backpacker, Reisende und Motorrad-Abenteurer wie uns. Wir lernen Oliver aus den Niederlanden und Aaron aus England kennen und verabreden uns zum Abendessen. Später kommen noch weitere Personen dazu. Beide sind schon einige Zeit in Europa mit Rucksack per Bus unterwegs und erkunden täglich neue Ziele. Aaron, so erfahren wir, der seinen Job als Businessberater in London geschmissen hat, befindet sich auf einer Weltreise und möchte sein Leben auf andere Weise bestreiten als er es bisher getan hat – Respekt! Konkrete Ziele habe er noch nicht, aber jeden Kontinent wolle er bereisen.

Lecker Fisch!

Lecker Fisch!

Den Abend lassen wir bei interessanten Gesprächen in einem Fischrestaurant ausklingen. Als wir uns später auf dem Heimweg zum Hostel befinden, sehen wir wie viele Leute bei Clubmusik in einer der zahlreichen kleinen Gassen feiern. Die Wirte der benachbarten Bars und Clubs haben ihren Betrieb auf die Straße verlagert und so eine riesige Tanzfläche im Outdoorbereich geschaffen. Für eine kurze Weile mischen wir uns unter das Partyfolk. Es ist schon irgendwie verrückt, das noch vor wenigen Jahren Gewehrsalven anstelle Elektro-Beats zu hören waren. Eine positive Entwicklung!

Partypeople

Partypeople

Heut geht’s nach Mazedonien. Malte und ich mussten die Route im Hinblick auf die aktuelle Situation an der griechischen Grenze etwas abändern. Wir werden den Ohrid See ansteuern und im äußersten Osten die Grenze zu Griechenland passieren. Die fast schon kriegsähnlichen Zustände, die hier ständig durch die Medien geistern, sollten allen Menschen in Europa Grund zur Sorge bereiten.

SPIEGEL ONLINE

Weiterlesen...