Tag 2: Mirsk, PL – Rudawa, PL (747 km m.d.M.)

ohne Worte

ohne Worte

Regen. Nach einer Nacht, die wenig Schlaf bereithielt (hat eigentlich jeder Pole einen Hund, den er nachts zum Bellen rausschickt?!), weckt uns das Aufschlagen von Millionen Tropfen auf den Apsiden. Das Wetterradar spricht von Null (!) Sonnenstunden und einer Regenwahrscheinlichkeit über den Tag von 98%. Überraschend cool bleibt Basti, der anscheinend noch von seinen norwegischen Regenerfahrungen profitiert. Ist ja nicht so, dass wir noch nie im Regen gezeltet hätten. Also heißt es abwarten und… ja, Kaffee und Tee gibt es leider auch erstmal nicht, da Benzinkocher im Zelt eher einer Todesfalle gleichen. Die Dusche, die Patrick sich gönnt, spare ich mir – auf dem Bike würde ich mir später sowieso noch eine abholen.

UnbenanntNadzieja, das heißt „Hoffnung“ auf polnisch. Dann – Regenpause. Jetzt muss jeder Handgriff sitzen.

Zwei Stunden später regnet es noch nimmer und der enge Zeitplan drückt. Also in die Regenkombis und ab auf die Kühe. Und es sollte ein Paukenschlag von einer Regenetappe werden.

Es ist inzwischen irgendwann am Nachmittag. Tageszeit lässt sich am ununterbrochenen, nebelbehangenem Horizont sowieso nicht ablesen. Es geht mal wieder aufwärts auf den Berg. Vorsichtig beißen sich die Zusatzscheinwerfer durch die dicke, graue Wand. Die Sicht ist teilweise unter 10 Metern. Das Navi spielt verrückt, oder sind es die polnischen Straßen? Immer wieder sollen wir durch sandige und teils stark gerölllastige Waldwege gescheucht werden. Es wird mit der Zeit immer härter und wir fahren längst mit allem Gepäck im Stehen. Tiefe Schlammnarben ziehen Furchen durch den Weg. Rechts und links liegen nur Baumstämme. Ein paar Mal kommt es fast zum Sturz. Solch harte Passagen hatten wir uns durchaus in den Karpaten, nicht aber kurz vor der tschechischen Grenze vorgestellt. Endlich, nach etlichen Schleifen und kurz vor einer Schwächeattacke erreichen wir wieder festen Asphalt unter den Stollen. Die tschechische Grenze.

"durch den Shit müssen wir irgendwie durch..."

„durch den Shit müssen wir irgendwie durch…“

Weiter geht es auf der „sudetischen Autobahn“, eigentlich ein wahrer Motorradtraum. Menschenleer, entlang wunderschöner Wiesen, Seen und Felder führt die Straße fast genau entlang der Borderline zwischen Polen und der Czech Rep. Die Stunden ziehen weiter und wir machen kaum Kilometer, denn so schön die Straße bei Sonnenschein auch sein mag, so sehr schlaucht die Feuchtigkeit und der permanente Regen die Motivation. Gegen 17 Uhr steuern wir erneut auf die Grenze zu und entscheiden gemeinsam, einen trockenen, warmen Unterschlupf für die Nacht zu suchen. Ich gebe mich schnell geschlagen – obwohl ich eigentlich immer auf Zelten plädiere, bin ich heute so durchgefroren und durchnässt, dass die Entscheidung leicht fällt.

Regenpause... 5 nette Minuten.

Regenpause… 5 nette Minuten.

Ein Segen jemanden dabei zu haben, der die Landessprache spricht. Als wäre der Kommunismus hier stehen geblieben wirkt es, aber wunderschön ist es, direkt am See gelegen. Der Regen legt sich langsam. Der frisch gefangene Fisch zappelt fast noch auf meinem Teller. Die anderen Jungs lassen sich die Gurkensuppe plus Fleischknochen schmecken. Morgen geht’s nach Krakau. Hoffen wir auf 3-400 trockene Kilometer.

 

 

 

Was für ein Happy End

Was für ein Happy End

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Ain’t no sunshine when it rains…

an der Grenze zur tschechischen Rep

an der Grenze zur tschechischen Rep

Ab ca 5 Uhr hat uns der Regen aus dem Schlaf geholt. Bei kühlen 11 Grad haben wir im Nieselregen unsere Zelte rasch abgebaut – nur der bereits aufgesetzte Tee/Kaffee hob die Laune ein wenig. Es ging über kleinere Straßen nach Szklarska Poręba, dann nach Kodowa-Zdrój und ab nach Tschechien! Die Navi hat uns zwischenzeitlich ein Schnippchen geschlagen und uns über unbefestigte Waldpfade geschickt. Trotz Schlamm, beschlagener Helmvisiere und Geröll haben die Maschinen und wir das kleine Offroad-Abenteuer gut überstanden.
Über böhmische Dörfer ging es dann wieder Richtung Polen. Die sudetische Autobahn – eine sehr malerische Landstraße praktisch ohne Gegenverkehr – brachte uns bis Rudawa zu unserer Pension „Orlica“. Heute Abend schlafen die Bears direkt am Fuße eines tollen Sees zwischen Polen und Tschechien.

Blick aus der Herberge

Blick aus der Herberge

 

 

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Tag 1: Sülbeck,GER – Mirsk,PL (551 km mit dem Motorrad)

Bears go East

Bears go East

Unfassbar schön, eine Tour bei strahlendem Sonnenschein zu starten. Und wie witzig, von Matze in Meinefeld noch live einen ansehnlichen Regentanz kredenzt zu bekommen. Zwei Stunden später streifen wir die Regenkombis über und beeilen uns, wieder auf die Bikes zu kommen.

Kurze Pause auf der traditionellen Erstetag-Monsteretappe

Kurze Pause auf der traditionellen Erstetag-Monsteretappe

Ich hasse Autobahnetappen – und Regen macht sie nun nicht unbedingt besser. Aber es hilft ja nichts; die erste Etappe durch Deutschland ist ja traditionell eine „Augen zu und durch“-Nummer – und es geht durch und durch. Gegen Nachmittag lässt sich Mutter Feuerball dann wieder blicken und während die polnische Grenze ins Sichtfeld gerät, peitschen die Kilometer unter den Pneus hindurch.

Vanilla macht die Würstchen klar

Vanilla macht die Würstchen klar

Seit Dänemark 2013 habe ich ja eine panische Angst vor platzenden LKWreifen, weswegen ich jeden schlingernden Lastkraftwagen möglichst schnell passiere und den Boxer unter der Last von Packrollen, Taschen und Koffern gehörig aufstöhnen lasse.

Polen - eigentlich direkt nebenan - und doch irgend wie ganz anders

Polen – eigentlich direkt nebenan – und doch irgend wie ganz anders

Endlich, knapp hinter der Grenze, verlassen wir den Highway No. 4 und befahren zum ersten Mal polnische Erde. Und – es überrascht mich tatsächlich – es sieht gar nicht mehr nach Deutschland aus. Menschenleere Dörfer und Waldstraßen geben einen Teaser auf kommende Landschaften weiter südöstlich. Mehrfach weiß selbst das Navigationsgerät nicht mehr so recht, wo wie die Zielstraße ihr Ziel hat. Schließlich schlagen wir sichtlich erschöpft im Trockenen unsere Nachthäuser auf. Glücklich – erschöpft – müde – hungrig. Die Bären sind wieder auf Tour.. „(…) gibt es da vorne eigentlich auch Dosenbier?!“

 

Das Camp am ersten Tag der Tour

Das Camp am ersten Tag der Tour

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Es geht endlich los!

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Lasse’s Familie habe ich Bremen und die aufziehenden dunklen Wolken hinter mir gelassen und bin vollgepackt nach Sülbeck gefahren, die beiden anderen Bären einzusammeln.

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Vorort wurden die letzten Streckenabschnitte diskutiert, die Packliste abgeglichen und festgezurrten Gurte am Gepäck einem prüfenden Blick unterzogen. Heute ist es dann soweit: Frisch gestärkt geht’s Punkt 8.00 Uhr los dann endlich los. Knapp 600 Kilometer warten auf die Bears, bis die Zelte im polnischen Mirsk aufgeschlagen werden dürfen.

 

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Der Countdown läuft.

Unbenannt

intensive Routenplanung vor dem Start

Nach monatelanger Vorbereitung und unzähligen Gesprächen und Überlegungen, gehen die Bären in die Startpositionen. In weniger als vier Tagen brechen wir auf gen Schwarzes Meer. In den letzten Tagen ging es noch einmal hektisch zu, so ließ (bzw. lässt) sich die Post weiterhin gerne mal Zeit mit wichtigen Equipmentpaketen (Petzi hat beispielsweise immer noch kein Zeltdach über dem Kopf), andere Sachen sind komplett in der postalischen Peripherie verschwunden und andere Dinge, wie z.B. Kredikartenpins, gibt es angeblich gar nicht mehr. Aber wäre ja auch langweilig, wenn alles nach Plan läuft… Auch unsere Route erfuhr noch einmal letzte Korrekturen, insbesondere für die ersten 3 Tage. Weiterhin wollen wir unbedingt versuchen, in die Ukraine zu kommen, da das Auswärtige Amt für den Westen eine Entwarnung rausgegeben hat und auch Moldawien findet sich nun als weiteres Transitland auf unserem Zettel. Wir freuen uns sehr auf das, was kommen mag – und hoffen, dass ihr wieder (oder zum ersten Mal) dabei seid, wenn die Bears dorthin fahren, wo die Sonne vor uns aufgeht – Chasing Shadows 😉

Chapeau

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