The original Gummikuh – ein Fahrbericht

„Boah Wahnsinn, wie die durchs Gelände stampft..!“ hört man mich übers Interphone rufen – Malte und Basti pflichten mir bei. Tiefe Furchen hat der TKC-80 Stollen im Erdreich hinterlassen. Erschöpft aber glücklich setze ich den Helm ab und schaue mir die Spuren der Schlammfahrt an: Wie kleine Offroad-Trophäen sitzen die Zeugen auf nahezu jedem Quadratzentimeter meiner BMW R80 G/S Paris Dakar… Aber der Reihe nach…

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Zwei Tage Offroadeinsatz in der Lüneburger-Heide haben ihre Spuren hinterlassen

Mit der GS, pardon G/S erfanden die Münchener Konstrukteure in den frühen 1980er Jahren eine bis dato unbekannte Motorradgattung. Man nehme eine Prise Touring, ein wenig Enduro und fertig ist die perfekte Symbiose aus fernreisetauglichem Straßenmotorrad mit passablen Geländeeigenschaften. „Motorwandern“ hieß der Slogan der Werbeabteilung, der die erste Generation der G/S (1980 – 1987) betitelte. BMW griff damal auf den nahezu perfekt ausgereifte E 247 Boxermotor zurück, der mit 800 ccm 50 PS leistete. Der Antrieb erfolgt – wie soll es auch anders sein – über den Kardan, der erstmalig als Mono-Hinterradschwinge konzipiert war. Eine Weltsensation! Der Monolever war geboren. Unverwecheselbares Kennzeichen des Antriebs ist das Aufstellen des Hecks bei der Gasannahme – der sog. „Gummikuh-Effekt“. Der Spitzname Gummikuh geht auf den Motorradjournalisten Ernst Levekus zurück, der den Effekt mit einem sich aufrichtenden Rindes verglich. Naja. Erst mit der zweiten Modell-Generation – aus G/S wurde GS – und dem neu konstruierten Paralever wurde das Aufstellen abgestellt.

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Alles auf einen Blick – Tacho, Drehzahlmesser und Zeituhr

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„Motorwandern“

ABS? No. ASC? ESA? Nada! Wenigstens eine Tankanzeige? Nix da! Verglichen mit modernen Maschinen darf man  die G/S als Puristin bezeichnen. Als Sonderzubehör gab es einen Drehzahlmesser und eine Quarzuhr. Der Blick des G/S-Piloten trifft dementsprechend ein sehr überschaubares Cockpit…

Der Tank fasst ziemlich genau 30 Liter und ermöglicht eine Reichweite von über 600 Km. Dieser Tank wurde zwischen 1984 und 1987 zusammen mit der fernreisetauglichen Einzelsitzbank als „Paris Dakar“ angeboten. Zu Ehren von Gaston Rahier wurden in diesem Zeitraum neben der normalen G/S ca. 2900 Stück der Paris Dakar hergestellt. Quasi der Urtypus der heutigen Adventure…

Die G/S ist sehr laufruhig. Ich habe mich dabei erwischt im 5. Gang durch die Zone 30 zu fahren – der Boxer schüttelt, aber fährt weiter. Andere Maschinen hätten dies sicherlich mit einem stotternden Motor quittiert. Obwohl im Fahrzeugschein eine Spitzengeschwindigkeit von 170 km/h angegeben ist, dürfte dies keinen Spaß für den Fahrer darstellen. Zumal der Wind direkt von vorne drückt und man „hoch zu Ross“ sitzend wenig Komfort erwarten darf. Ein angenhmes aber auch flottes Fahren ist bis 120 km/h problemlos möglich. Das Fahrwerk ist selbst bei engeren Kurvenfahrten reltiv straff und es macht einfach Spaß das Motorrad in die Kurve zu legen. Die Bremsleistung wurde bereits in den 1980ern von der MOTORRAD als nur befriedigend angemakelt. Die relativ kleine Einscheibenbremse verzögert nicht sofort – Bremspunkt ist sehr schammig. Vorausschauendes Fahren und ein wohldosiertes Zusammenspiel mit der Hiterrad-Trommelbremse sind der Schlüssel zum sicheren Umgang.

Im Gelände fühlt sich die G/S sofort heimisch. Bis heute kann man die erste Generation der G/S bei HPN als Edel-Enduro erwerben. Der TKC-80 Reifen passt nicht nur optisch zur Maschine: Sand, Schlamm und Geröll steckt er locker weg.

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Die Paris Dakar – damals wie heute: ein Hingucker

Fazit? Auf der Straße und im Gelände macht die G/S auch im Jahre 2014 eine sehr gute Figur. Moderner Schnickschnack und Helferlein gibt es nicht und das ist auch gut so. Die G/S ist eine sehr genügsame Maschine und findet auf der Landstraße das perfekte Dasein. Ich gehe jede Wette ein, dass Helge Pedersen bei seiner Weltumrundung mit ABS oder elektornischer Einschpritzer spätestens im Jungle des Amazonas und den Wüsten der Sahara ernsthafte Probleme bekommen hätte. Ihre Vielseitigkeit, der wartungsfreundliche Motor und das geringe Gewicht haben den Erfolg GS möglich gemacht.

 

 

 

 

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Ein neues Abenteuer beginnt..

ein neues Kapitel BärengeschichteNun ist es soweit. Das nächste Kapitel bei den Bears wird aufgeschlagen. Im August starten die nun drei Adventurer gen Osteuropa und durchfahren mehr als 14 Länder in 14 Tagen mit dem Bike und zu Schienen. Ein Mammutprojekt, das mehr und mehr Form annimmt.

Schon im Herbst 2013 packte uns das Reisefieber erneut und wir gingen mögliche Ideen für eine Reiseroute durch. Schon am Kap hattem wir uns über interessante Möglichkeiten, die Welt auf zwei Rädern zu erforschen, ausgetauscht. Die Fahrt nach Gibraltar, dem südlichsten Punkt Europas oder ans westlichste Ende Portugals fielen relativ schnell raus, da die Zeit dieses Mal deutlich knapper bemessen sein würde. Daher kam für uns nur der Osten infrage und nach einiger Recherche entschieden wir uns, von Polen aus nach Süden aufzubrechen, nicht zuletzt, da es von Erdine (Türkei) aus einen Zug geben würde, der uns mit Pack und Bike zurück nach Österreich und von dort mit dem DB Autozug zurück nach Deutschland bringen wird.

Es wird sicher ganz anders werden, als wir es in Skandinavien zuletzt erlebt haben – auf vieles (z.B. wilde Bären beim Camping und eine Nacht bei Graf Dracula) bereiten wir uns gerade vor. Noch mehr wird wahrscheinlich wie immer unerwartet und überraschend auf uns zukommen. Wir sind schon völlig der Fernsucht verfallen und hoffen, dass ihr uns hier auf dem Blog treu bleibt.

Demnächst mehr zum neuen Unterfangen, unter dem Motto: „Im Osten geht die Sonne auf“!

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Filmpremiere gelaufen..

Und schon vorbei…  es war ein toller Abend mit viel mehr Leuten, als wir gedachte hätten. Eure Reaktionen haben und sehr gefreut und die anschließenden Benzingespräche gingen bis spät in die Nacht. Insgesamt haben wir über 100 Eur für den guten Zweck gesammelt – ein Spitzenergebnis, wie wir finden. Ein paar Impressionen gibt es hier:

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Filmpremiere „Reise nach Norden“

DVD Paket Morgen ist es nun endlich soweit. Fast ein Jahr nachdem die beiden Bären zum Nordkap gestartet sind, premiert nun endlich der dazugehörige Streifen „Reise nach Norden“. Die Glücklichen, die morgen an der Erstaufführung teilnehmen, können sich die Doku auf einer Großbildleinwand mit frischem Fleisch und reichlich Bier ansehen und anschließend ein Exemplar auf DVD ergattern. Die DVD enthält nun doch alles an Zusatzmaterial, was es zuletzt hier auf dem Blog zu sehen gab und zusätzlich zum individuellen Digipack auch eine Postkarte. Vom Erlös geht ein Teil direkt an „Riders for health“ in Afrika, die seit Jahren hilfsbedürftige Menschen mit Medikamenten und anderem versorgen, wo andere Verkehrsmittel nicht hinkommen. Die erste Edition ist limitiert auf 30 Exemplare. Anschließend kann man den Film auch hier über den Blog bekommen.

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Enduro-Action in der Lüneburger Heide

Um uns auf unsere nächste Tour vorzubereiten, haben wir die Kühe vor zwei Wochen in den Dreck gescheucht. 2 Tage ging es teilweise durch tiefen Sand, Wasserstellen, Waldwege und über Feldpfade. Nicht ganz klar ist, wer mehr auf der Nase lag – wir, oder die Bikes! Was macht man nicht alles für ein bisschen Spaß?!

Viele Grüße von hier aus an die Jungs von BMW, ohne eure Hilfe hätte ich wahrscheinlich ohne Drosselklappe in der Erde verhungern müssen… 😉

 

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Reise nach Norden: In den letzten Zügen

FilmposterDie Planungen unseres Projekts 2014 laufen bereits auf vollen Touren – und schon sehr bald gibt´s hier erste Infos dazu! … und nun gibt´s auch noch Neuigkeiten zu unserem Film „Reise nach Norden“ in dem wir mit zwei Motorrädern zum Nordkap und zurück kurven. Releasetermin ist nun der 20.06.2014 – und das mit einer ordentlichen Party, reichlich Bier und heißem Fleisch vom Grill.

Als kleinen Vorgeschmack gibt es nun ein paar letzte Impressionen vom fertigen Film…

Den alten Trailer gibt es hier !

…und nicht zu vergessen, unseren Kurzfilm: Abenteuer in Ostfriesland. Dieser wird übrigens nicht auf der DVD, sondern lediglich auf der BlueRay Version enthalten sein.

 

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210 – Morgen woanders

2-1-0 Morgen woanders

2-1-0 Morgen woanders

Daniels Tour (fast) um die Welt mit null Moneten im Koffer ist nicht nur ansich schon eine beeindruckende Sache, sondern wurde zudem auch noch auf absolut unterhaltsame Weise auf Film gebannt und dokumentiert. Neben dieser absoluten Empfehlung, sich den Film unbedingt anzuschauen, ist nun offiziell, dass er wieder auf Tour geht, um den Kreis zu schließen und den amerikanischen Kontinent zu seinen bereisten Ländern hinzuzufügen. Ich kenne Daniel bisher leider nur durch Email- und Facebook Kontakt, freue mich aber riesig, dass das Projekt weiter geht. Uns Bären hat der Film sehr beeindruckt und hat es geschafft, uns über die gesamte Zeit ans Sofa zu fesseln. Ein sehenswerter Gegenentwurf zu hochglanz „Expeditionen“ á la Middlekingdomride usw, bei denen es manchmal ein wenig an Herzblut fehlt und die vollends durchorganisiert, begleitet und oft vielzu gehetzt sind. Ganz nebenbei ist Daniel übrigens Gründer der Open Explorer, einer Seite, die verschdienste Roadabenteurer auf einer Website vereint. Schaut auch dort unbedingt einmal rein. Seit kurzem ist auch bearsontour ein Mitglied der Community.

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Update

Reise nach Norden. Es geht voran!

Reise nach Norden. Es geht voran!

 

Es gibt Neues von unserem Film „Reise nach Norden“ zu berichten. Der Streifen nimmt nach und nach Form an und ist inzwischen zu ca. 70 % fertiggestellt. Der Rohschnitt neigt dich dem Ende und es geht langsam ans Eingemachte. Größte Probleme macht dabei der große Datenverlust, den ich in den ersten paar Tagen hatte. Zwar konnte ich das meiste der Daten retten, doch finden sich immer wieder Datenfehler und Aussetzer in den hunderten von Schnipseln und Clips. Eine echte Sisyphusarbeit – aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Besonders spannend an so einem Reisebericht finde ich, dass auch der Film, genau wie die Tour selbst, ein Eigenleben zu entwickeln scheint. Erinnerungen bestimmen die Dynamik der Bilder und die Auswahl der Musik. Ziel ist eine größtmögliche Subjektivität 😉 – Wenn ich es schaffe, an ein paar Stellen das Gefühl der Tour genau einzufangen, hat sich die Arbeit schon gelohnt. Ihr bleibt auf dem Laufenden…

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Kurzfilm „Abenteuer in Ostfriesland“

kleine Episode, die die Vorbereitungen zu unserer Reise zum Nordkapp zeigt

kleine Episode, die die Vorbereitungen zu unserer Reise zum Nordkapp zeigt

Lange nichts von den Bären gehört. Aber sicher ist, wir brüten schon wieder an einer spannenden Idee rum..

…um die Wartezeit auf unseren Film „Reise nach Norden“ etwas zu verkürzen, gibt´s heute einen kleinen Vorgeschmack. Es handelt sich um einen (sehr kurzen) Kurzfilm mit dem Titel „Abenteuer in Ostfriesland“ und zeigt einen kleinen Ausschnitt von unseren Reisevorbereitungen. Da wir mit all dem neuen Equipment nicht mitten im skandinavischen Outback auf die Klappe fliegen wollen (zumindest nicht mehr als nötig), haben wir das Wichtigste vorweg getestet… vor allem den Einweggrill und den Flaschenöffner 😉

Warum das Kurvenparadies Ostfriesland!? – Weil es an diesem Wochenende in ganz Deutschland geregnet hat und das Wetterradar nur in dieser kleinen Ecke eine Chance auf ein trockenes Zeltlager offenbarte.

http://www.veoh.com/watch/v62843220mKeXewmm

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