28.6.2013: Hirtshals – ca. 15 km vom Kjerag ( 932 km m.d.M. )

Camping am Kjerag

Camping am Kjerag

Am Tage drauf haben wir kaum Zeit für ein Frühstück. Schnell die sieben Sachen am Moped verknoten und ab zum Hafen. Ein kleiner Plausch mit unseren Nachbarn verrät, dass sie mit dem Drahtesel auch auf die Fähre wollen – allerdings eine Stunde später – kein Wunder, dass sie gemählich Zeit für einen Kaffee haben. Etwa fünf Kilometer weiter wird die Zeit knapp. Wir gesellen uns zu drei anderen Motorradfahrern am Fährableger und halten Smalltalk. Zwei von ihnen sind auf ihrem vierten oder fünften Norwegentripp und besuchen Freunde, die dort wohnen. Wir bekommen ein paar gut Tipps und außerdem Hoffnung auf gutes Wetter… diese sollte sich jedoch bald in nasse Realität verwandeln. Der dritte Mann ist Däne und redet nicht weiter, stellt sich jedoch schon Minuten später als Retter in der Not heraus, als wir völlig überfordert damit sind, die Bikes selbstständig im Frachtraum zu verknoten. Herjee.. wofür bezahlt man eigentlich so viel Kohle an die Fährbetriebe, wenn man am Ende alles selber machen muss?! Es bleibt jedoch ohne Schaden, auch wenn Bastis Sitzbank ordentlich vom Zurrband malträtiert wird. Auf der Fähre lösen wir Gutscheine für Hotdogs und Kaffee ein. Am Hinterdeck riecht es zwar nach ordentlich Diesel, dennoch ist hier der einzige Platz mit Frischluft und die verhindert jede Seekrankheit immer noch am besten. Gute zwei Stunden später betreten wir das erste Mal norwegischen Boden. Keine halbe Stunde später haben wir Christiansand hinter uns gelassen und sind auf dem Weg ins Outback. Nachdem das Navi uns zunächst in die völlig falsche Richtung gelotst hat, navigieren wir mit Karte und fahren nun weiter Richtung Norden. Die Landschaft ist schon jetzt überwältigend. Fast surreal wie in einem Fantasyfilm fahren wir durch einsame, hüglige Waldpassagen. Die ersten „Achtung Elchverkehr“ Schilder warnen vor dem typischen Wild des Landes. Permanent droht eine graue Wolkenkette über uns, bleibt jedoch zunächst in passiver Lauerstellung. Etwa zwei Stunden schlängeln wir uns durch das Hinterland, bevor wir ein größeres Städtchen namen Evje erreichen und beschließen, am Fjord weiter nach oben zu gelangen. Die Wolken werden immer dichter und der Nieselregen scheint bleiben zu wollen. Wir müssen uns entscheiden: Entweder wir schlagen hier unser Camp auf, oder passieren eine Gebirgsstrecke, die uns westlich Richtung Kjerag bringt. Die Entscheidung fällt auf Weiterfahren. Was sich nun anschließt ist ein Mix aus kaum beschreibbarem Hochland, das aus Mooswiesen und nicht zählbarem, massivem Gestein besteht. Hier und da laufen Schaafe auf der Straße, die und zum Anhalten zwingen. Kaum ein Fahrzeug kommt uns entgegen, dafür lässt uns der Regen nicht allein. Wieder holen wir uns eine kräftige Dusche ab und fahren letztlich den Pass am Kjerag bei klitschnasser Straße. Unten im Tal wählen wir einen Campingplatz und verwerfen die Idee, Wild zu campen. Wir wollen zwei Tage bleiben und die Bikes morgen stehen lassen, um die berühmte Felsspalte zu sehen.

 

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27.6.2013: Bremen – Hirtshals ( 655 km m.d.M. )

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Der Regen macht kurz Pause.. etwa eine Stunde vor Hirtshals – irgendwo in Dänemark.

Ein wenig Sonne schob sich durch die Wolken über Bremen als wir gegen 11 Uhr endlich alle Packrollen und Koffer auf unseren Bikes festgezurrt hatten. Ziemlich unsicher ging es dann durch die Straßen der Neustadt, die hier und da an die Bulver Street erinnerten, zum letzten Check und Volltanken. Ein fast 700 KM Ritt lag vor uns und auf den Packeseln sollte wirklich kein Sandkorn Platz mehr sein. Den Elbtunnel passierten wir, von einem kleinen Verfahrer, problemlos. Am Nordostsee-Kanal jedoch gingen über uns alle Türen auf und wir dachten anschließend auch viel zu lange darüber nach, ob sich die Regenkleidung nun lohnen würde oder nicht. Sie würde! – die nächsten zwei Stunden ergoss sich über unseren Helmen eine Dekaden-Sinnflut.

Als sich der Himmel kurzzeitig wieder schloss dann der nächste Schreck: Schon seit Minuten roch es nach verbranntem Gummi in einer Auto und LKW-Kolonne beim Passieren einer Baustelle. Plötzlich ein Riesenknall und Teile fliegen durch die Luft. Der LKW Reifen zerspringt vormeinen Augen und zieht nach links Richtung Leitplanke, Reifenstücke streifen mein Motorrad und meinen Helm – ein Albtraum. Der Lastwagen schafft es jedoch nach rechts zu manövrieren und eine Gasse links neben sich frei zu machen. Nochmal Glück gehabt, aber der Schreck sitzt tief.

Einige Stunden später erreichen wir gegen 19 Uhr Hirtshals am Kopfe Dänemarks. Auf dem Campingplatz haben sich bereits ein paar Radfahrer und andere Camper eingefunden. Hirtshals gilt schließlich als das Tor nach Norwegen. Schnell sind die Zelte aufgebaut, ein paar Steaks gegrillt, einige Biere aus dem Kiosk genascht und die Augen zu geklappt. Ein anstrengender Weg am ersten Tag.

 

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Knock´in on heavens door..

Wegen der starken Unwetter im ganzen Land haben wir uns nach einer „Schiefwetterlage“ für den sonnigen – Motorradmagnetn „Ostfriesland“, genauer gesagt den Ortsteil „Knock“ bei Emden entschieden. Es war zwar teilweise recht stürmisch und nachts arschkalt… aber im Schlafsack schöööön muggelig!

Super Idee und interessante Erkenntnisse:

1. Unser (sauteures) neues Camping Equipment funktioniert bestens.

2. Wir haben fast alles vergessen… und werden unsere Packliste nochmal updaten..

3. Die Funken gehen nicht.

4. Ostfriesland ist sehr windig.

5. Die Firschbrötchen sind dort der Wahnsinn!!!

unendliche Weiten.

unendliche Weiten.

PFL2

Unser neues Haus im Testeinsatz.

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