Tag 10: Mostar, BiH – Molunat, HR (2344 km m.d.M.)

erster (erneuter) Blick auf die Adria

erster (erneuter) Blick auf die Adria

Der Krieg ist immer noch allgegenwärtig. irgendwie.

Der Krieg ist immer noch allgegenwärtig. irgendwie.

Gestern Nacht habe ich noch viel über den Krieg in Bosnien gelesen. Ich glaube inzwischen, dass Serbien zumindest mehr böse war als die anderen Bösen. Bosnien hat es auf jeden Fall sehr erwischt und während eines längeren Gesprächs mit einem Einheimischen konnte ich heraushören, dass BiH sich in über 20 Jahren nicht mal halbwegs von den Folgen des Zusammenbruchs erholen konnte. In Mostar sind es eigentlich nur die Fassaden der Altstadt, denen man die Einschüsse großer Flak-Geschütze und Maschinengewehre nicht mehr ansieht. Kaum bewegt man sich leicht seitwärts des Tour-Stroms, zeugen zerlöcherte Häuserwände und zugemauerte Bombenkrater vom Terror und der Angst aus den ´90ern.

_DSC5732Sicher war die Welt in Jugoslawien in kommunistischen Zeiten bzw. vor der Implosion nicht perfekt, doch scheinen vor allem ethnisch-kulturelle Differenzen eine kleinere Rolle gespielt zu haben. Bosnien ist arm und weit weg von einem Wirtschaftswunder wie in Deutschland nach dem WW2. Auch ein EU-Beitritt ist in weiter Ferne… besonders offenkundig wird diese Erkenntnis, wenn man die Grenze nach Kroatien über die Bergpässe, still und heimlich, via Stolac passiert.

Dubrovnik. Eine Perle des Mittelmeers.

Dubrovnik. Eine Perle des Mittelmeers.

DCIM100GOPRO

DCIM100GOPRO

An der Adria, sobald das blaue Mittemeer im Sonnenlicht glitzert, scheint die Schere zwischen arm und reich gar exorbitant aufzuklaffen. In der Bucht von Dubrovnik schippern riesige Luxusjachten, an der Straße parken Porsche und Mercedes. Nunja, Benz sieht man in Bosnien auch an jeder zweiten Ecke, allerdings eher Modell 123 als die neue S-Klasse.

Sightseeing in Kroatiens Sahnestück

Sightseeing in Kroatiens Sahnestück

Kroatien hat definitiv das Sahnestück von Jugoslawien abbekommen, selbst am unteren Ende, wo die Grenze nach Montenegro / Bosnien und zum Meer manchmal nur wenige hundert Meter beträgt. Dabei ist die Landschaft in Bosniens Outback nicht zu verachten. Tatsächlich könnte man schnell glauben, man befinde sich in der Prärie und in wenigen Sekunden würden Apachen um die Ecke reiten. Die Weite und die fremde Flora lassen Fremdheits- und Faszinationsassoziationen entstehen. Mehrfach halten wir für ein paar spektakuläre Aufnahmen. Der Rest ist fotoalbumsreif. So schön hat sich die bisher fabelhafte Welt der Adria noch nicht gezeigt. Wow.

_DSC5743Die Stadt Dubrovnik ist beeindruckend schön, alt und voll mit Touristen. Wir parken die Motorräder knapp vor den Stadttoren, einfach mitten auf an einer hiesigen Bushaltestelle. So dreist kann man sein, denn kaum ein Autoparkplatz ist noch zu haben. Schwitzend mit Helmen in der Hand streifen wir durch die Castell-artige Stadt, tränken Halstücher am Brunnen in kühles Wasser und wehren Souvenirverkäufer ab. Der Trubel ist mörderisch, aber es weht ab und an ein Luftzug durch die engen Gassen. Man fühlt sich wie in einer historischen Filmkulisse. Und damit kommen wir nun zum diesmaligen Tourrätsel:

 

Die Stadt Dubrovnik hat eine unverkennbare Gemeinsamkeit mit unserer Heimatstadt Bremen. Wer weiß, um was es sich hier handelt? Meldet euch bei uns per Whatsapp, SMS, Threema, Email oder auch Kommentar.

 

_DSC5756Inzwischen haben wir kurz vor der Grenze einen wirklichen Geheimtipp von Campingort gefunden. Unter einem Olivenbaum stehen unsere Zelte (Ohne Regencape) mit Blick auf die kleine Bucht. Kaltes Bier dampft in der Abendhitze und der Grill glüht bereits mit frischen Zwiebeln und Tomaten vom Straßenhändler. Was für ein Leben.

Tent-View

Tent-View

Morgen geht es durch das Weltkulturerbe „Bucht von Kotor“. Abends schon sind wir in Albanien, dem eigentlichen Höhepunkt unserer Reise. Ich bin aufgeregt.

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