Tag 15: Kukes, AL – Prizren, RKS (3197 km m.d.M.)

Wir sind im Kosovo.

Blick über Prizren - im Hintergdund der Berg, den wir mit den GS´en bezwungen haben.

Blick über Prizren – im Hintergdund der Berg, den wir mit den GS´en bezwungen haben.

Für mich war dieser Begriff immer mit den typischen Fernsehbildern verbunden, die mir aus der Zeit des Balkankonflikts noch präsent sind. Krieg, Zerstörung, Flüchtlinge. Der Stadt Prizren, wo wir heut unser Nachtlager aufschlagen, sieht man dieses Image überhaupt nicht an. Wie Phönix aus der Asche ist sie aufgestiegen, ganz zum Trotz, als wolle sie dem Besucher zeigen, dass hier wieder die Lebensfreude eingekehrt ist. _DSC5837 Rund um den historischen Altstadtkern haben Investoren aus Europa und Übersee zahlreiche Bauten rekonstruieren lassen, eine Flaniermeile entlang des Flusses angelegt, sowie Kirchen und Moscheen wiederaufgebaut.

Auf der Mauer, auf der Lauer...

Auf der Mauer, auf der Lauer…

Auch die über der Stadt thronende Festung erstrahlt dank US-Investitionen im neuen Glanz.

Der Fluss durch Prizren

Der Fluss durch Prizren

Unweit der ottomanischen Brücke genießen wir im Biergarten ein Peja, das kosovarische Pilsbier – lecker!

Prost!

Prost!

Waren wir noch vor ca. 50 km im albanischen Kukes eine interessante Erscheinung auf dem Gehsteig, nimmt man hier – wegen der vielen Touristen – keine Notiz von uns. Generell wirkt hier alles sauberer und organisierter. Wären da nicht die immer wieder patrouillierenden KFOR-Soldaten, könnte man meinen, man sei in Italien oder Slowenien.

Das City Hostel, hier werden wir heut nächtigen, ist einer der zentralen Anlaufpunkte für Backpacker, Reisende und Motorrad-Abenteurer wie uns. Wir lernen Oliver aus den Niederlanden und Aaron aus England kennen und verabreden uns zum Abendessen. Später kommen noch weitere Personen dazu. Beide sind schon einige Zeit in Europa mit Rucksack per Bus unterwegs und erkunden täglich neue Ziele. Aaron, so erfahren wir, der seinen Job als Businessberater in London geschmissen hat, befindet sich auf einer Weltreise und möchte sein Leben auf andere Weise bestreiten als er es bisher getan hat – Respekt! Konkrete Ziele habe er noch nicht, aber jeden Kontinent wolle er bereisen.

Lecker Fisch!

Lecker Fisch!

Den Abend lassen wir bei interessanten Gesprächen in einem Fischrestaurant ausklingen. Als wir uns später auf dem Heimweg zum Hostel befinden, sehen wir wie viele Leute bei Clubmusik in einer der zahlreichen kleinen Gassen feiern. Die Wirte der benachbarten Bars und Clubs haben ihren Betrieb auf die Straße verlagert und so eine riesige Tanzfläche im Outdoorbereich geschaffen. Für eine kurze Weile mischen wir uns unter das Partyfolk. Es ist schon irgendwie verrückt, das noch vor wenigen Jahren Gewehrsalven anstelle Elektro-Beats zu hören waren. Eine positive Entwicklung!

Partypeople

Partypeople

Heut geht’s nach Mazedonien. Malte und ich mussten die Route im Hinblick auf die aktuelle Situation an der griechischen Grenze etwas abändern. Wir werden den Ohrid See ansteuern und im äußersten Osten die Grenze zu Griechenland passieren. Die fast schon kriegsähnlichen Zustände, die hier ständig durch die Medien geistern, sollten allen Menschen in Europa Grund zur Sorge bereiten.

SPIEGEL ONLINE

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