Tag 3: Rudawa, PL – Krakau, PL (1076Km m.d.M.)

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erste, regenfreie Pause hinter der Grenze

Und wir erwachen. Und es regnet erneut. Polen mag uns nicht… und dabei haben wir uns extra einen Landsmann mitgenommen. Es heißt erstmal abwarten und Regenradar anschalten. Regen, Regen… und in Deutschland soll der gelbe Systemtrabant hingegen ordentlich brennen. Also was tun? – abwarten oder den Wolken hinterher? Wir entscheiden uns für die dunkle Wetterfront und schließen die Augen unter den Visieren. Rudawa wird in den Rückspiegeln immer kleiner, die tschechische Grenze ebenso.

Einige Stunden später dann die Erlösung… keine Tropfen mehr auf dem grauen Asphalt und freie Fahrt auf polnischen Bundesstraßen. Was ich auf diesen Touren besonders liebe, ist die Freude über die kleinen, sonst natürlichen Dinge. Eine trockene Straße – was für ein Glück – ich küsse den Straßenbelag.

2014-08-27 14.41.42Als wir die Autobahn erreichen neigt sich der Mittag bereits und die Sonne hat ihren Zenit längst überschritten. In einer Krisensitzung beschließen wir, die mir so unbeliebte Autobahn erneut zu Schritten und gegen 17 Uhr erreichen wir letztlich Krakaus westliches Industriegebiet. Nachdem Patrick ein paar Mal vergeblich seine Verwandtschaft versucht, zu erreichen, gelingt es den Cousin seines Vaters in der ehemaligen Hauptstadt zu kontaktieren.

Wir stehen auf dem Parkplatz des Reifenhandels und warten… und warten.. und obwohl wir den Zeitplan mithilfe der anstrengenden Autobahnetappe wieder aufgeholt haben, ziehen die Minuten nun nach und nach ins Land. Endlich fährt ein silberner BMW auf den Parkplatz und Marcel begrüßt uns in Landessprache. Gottseidank kann Petzi den Smalltalk in die richtige Richtung lenken, denn kurze Zeit später öffnet sich in der Decke eine Luke und wir beziehen unser Nachtquartier, das mehr einem Menschenhandel gleicht, als einer gedachten Unterkunft. Ich bin letztlich begeistert, denn es riecht mal wieder nach Abenteuer. Also suchen wir uns zwischen alten Laken, liegen gebliebenen Essenstellern und einem halbfertigen Klo eine Stelle für unsere Isomatten und Schlafsäcke.

Krakaus Marktplatz

Krakaus Marktplatz

Wenige später fahren wir mit 120km/h durch Krakaus Außenring und rasen auf die Innenstadt zu. Was uns dann erwartet, haut mich wirklich aus den Socken. Krakau ist ein Knaller und beeindruckt mich dermaßen, dass ich beschließe, hier sehr bald wieder herzukommen, mit mehr Zeit im Rücken.

Schnel besichtigen wir Schloss und Marktplatz, atmen eine kleine Prise dieser wunscherschönen, polnischen Weltstadt und landen in einem urigen Keller, wo wir herrliches traditionelles, Kulinarisches serviert bekommen. Einige Zeit später finden wir uns im jüdischen Viertel wieder, probieren die stadtbesten Vodka und nehmen letztlich ein Taxi heraus auf der City. Morgen wartet die Slowakei auf uns – die Sonne wartet schon – wir auch – die Bears sind eingestimmt – die Tour soll endlich das Ruder vollends übernehmen.

Feinste Küche im polnischen Keller

Feinste Küche im polnischen Keller

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